"Wenn eine Brücke erreicht wurde, überquere sie. Ist keine Brücke vorhanden, errichte eine. Stellt dir jemand hinter der Brücke eine Falle, zerstöre sie."

(Weisheit aus dem Ngo Cho Kun)

Geschichte des Ngo Cho Kun

Shao Lin Kung Fu ist eine chinesische Kampfkunst, die sich jahrhundertealter, traditioneller Bewegungen und Atemübungen zur Ertüchtigung von Körper, Geist und Seele bedient. Ihre Anfänge reichen bis zum Anfang unserer Zeitrechnung zurück. Als Begründer gilt der indische Mönch Boddhidharma (chin. Name: Da Mo), der ca. 495 n. Chr. nach China in die Provinz Ho Nan kam, um die Lehren des Chan-Buddhismus zu verbreiten. Später wurde dort ihm zu Ehren das weltberühmte Shao Lin Kloster gebaut.

 


Da seine Schüler (die Mönche) während der Meditation oft in Lethargie versanken, lockerte er seinen Unterricht durch Bewegungen auf, die er verschiedenen Tieren wie z. B. der Schlange, dem Kranich, dem Tiger, dem Affen, dem Leoparden usw. abgeschaut hatte. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte haben die Mönche diese Bewegungen zu Techniken der Selbstverteidigung weiterentwickelt, um sich gegen Überfälle von Banditen und gegen Angriffe von Soldaten zu schützen. Die Befreiung des Fürsten Li Shi Min, der später erster Kaiser der Tang-Dynastie wurde, durch 13 Mönche von Shao Lin machte das Kloster im ganzen Reich berühmt. Spätere Herrscher fürchteten die Kampfkünste der Mönche und versuchten den Einfluss des Klosters durch den Entzug von Privilegien gering zu halten. Das Kloster verlor dadurch allmählich an Bedeutung.

In der Herrschaft der Mandschu wurde das Kloster schließlich total zerstört. Es überlebten nur wenige Mönche, die im Süden des Reiches in das Hok Kian Shao Lin  Kloster, flüchteten. Dort führten sie zusammen mit den dortigen Mönchen die alten Traditionen fort, bis auch dieses Kloster im Widerstand   gegen die Manschu 1723 zerstört wurde.

LoBanTeng

Die Zerstörung des Hok Kian Shao Lin Klosters überlebten nur fünf Mönche, die ihre Kampfkunst weiter lehrten. Ho Yang lernte die fünf Stile und gab sie an seinen Schüler Tjao Giok Beng weiter. Nach weiterem intensiven Studium der Kampfkünste entwickelte er den fünf Ahnen Stil, Ngo Cho Kun. Vier seiner besten Schüler, Yoe Tjoen Gan, Goei In Lam, Lim Koei Dji und Ong Tjian Pwee gaben ihr Wissen an Lo Ban Teng weiter. Sinshe Lo Ban Teng war wegen seiner Kampfkunst und seiner Tätigkeit als Arzt der traditionellen chinesischen Heilkunde (Sinshe) in ganz Südostasien bekannt und geschätzt. Großmeister Lo Ban Teng  gab sein Wissen an seinen Sohn weiter, den ebenfalls berühmten und unvergessenen Kung Fu Meister und SinShe Lo Siauw Gok. 


Stil in Europa

Der letzte Schüler von SinShe Lo Siauw Gok, Sifu Lo A Him, brachte als offizieller Vertreter den traditionellen Stil nach Europa. In Berlin bildete er vier seiner Schüler zu Meistern aus: Sifu Thomas, Sifu Xenia, Sifu Karsten und Sifu Dieter (stehend v.l.n.r.).

 

Sifu Dieter bildete, ebenfalls in jahrelanger, konzentrierter Übung, einen Schüler zum Meister aus: Sifu Rolf (rechts). 

 

Sifu Xenia und Sifu Karsten gründeten gemeinsam die Quanfatang-Kampfkunstschule in der Ottostr. in Berlin Moabit. Anfangs auch als Trainerin im Kung Fu aktiv, konzentriert sich Sifu Xenia seit 2002 schwerpunktmäßig auf Thai Chi und Pilates.

 

 

Auch Sifu Thomas ist dem Kung Fu bis heute aktiv verbunden, trainiert jedoch im privaten Umfeld.

 


Zwei neue Meister

Sifu Karsten widmet sich bis heute dem regelmäßigem Unterrichten des Ngo Cho Kun-Kung Fu nach LoBanTeng. 2016 absolvierten die beiden langjährigen Schüler Thierry Geiser (links) und Daniel Fenner (rechts) im Beisein von Sifu LoAhim, Sifu Karsten, Sifu Thomas und Sifu Dieter erfolgreich ihre Meisterprüfung. 

 

Darüber hinaus beschäftigt Sifu Karsten sich seit Jahren mit Luo Han Gong, einem über Jahrhunderte bewährtem Qi Gong System, das er in das Kung-Fu-Training einfließen lässt, aber auch in eigenen Luo Han Gong-Seminaren unterrichtet.